Es ist zugegeben schwierig für die ARD in Syrien einen klaren Kopf zu behalten: „Terroristen“, „Aktivisten“ und „Rebellen“ tragen die gleichen Waffen und haben die selben Ziele und sowohl die Assad-Koalition, als auch die westliche Anti-Assad-Koalition behaupten einen Kampf gegen den Terrorismus zu führen.

Für die Damen und Herren um Dr. Gniffke gibt es aber eine einfache Richtschnur: Wenn der Russe etwas unternimmt, kann es nur schlechter sein, als wenn die Anti-Assad-Koalition ihre berühmten Befreiungsmaßnahmen konsequent zum Tod der Bevölkerung durchführt. Die Welt kann so schön einfach sein, wenn man einen festen ideologischen Kompass hat.

Es folgt die aktuelle Programmbeschwerde der ARD-Experten Volker Bräutigam und Friedrich Klinkhammer zur Berichterstattung Kriegspropaganda der tagesschau.

PRGORAMMBESCHWERDE

Russischer Militäreinsatz in Syrien Dutzende Tote bei Luftangriff auf Gefängnis  – 9.1.16, 16:00
http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-angriff-101.html

Sehr geehrter Herr Marmor,

diesmal geht es wieder einmal um die Berichterstattung von ARD-Aktuell zum Syrien-Konflikt.

ARD.aktuell behauptet:

Bei einem russischen Luftangriff auf ein Gefängnis im Nordwesten Syriens sind Aktivisten zufolge Dutzende Menschen getötet worden. Mindestens 57 Menschen seien der Attacke zum Opfer gefallen, unter ihnen zahlreiche Häftlinge und fünf Zivilisten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Aktivistengruppe „Örtliche Koordinationskomitees“ spricht von 51 Toten.

Diese Behauptungen sind unbewiesen, inkorrekt und verzerrt. Der Tagesschau geht es wieder einmal nicht um die Darstellung von Fakten, sondern um die folgsame Deutungshoheit westlicher Politik.

Dass russische Bomber die Luftangriffe geflogen haben, ergibt sich weder aus den Angaben der „Beobachtungsstelle“ noch aus den News der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur SANA. Eine Evaluierung der Angaben des „Örtlichen Koordinationskomittees“ ist nicht möglich. Mit ihm ist offensichtlich die oppositionelle Gruppierung „Local Coordination Committees in Syria (LCC )“ gemeint, die mindestens zeitweise zu der von der deutschen Regierung und zur Tagesschau gesponserten Organisation „Adopt A Revolution“, Sitz in Berlin, enge Verbindungen hatte.

Umstritten ist die LCC wegen ihrer unklaren Haltung zu gewalttätigen Gruppen in Syrien. Ob sie überhaupt noch eine politische Rolle spielt, ist fraglich. Ihre Homepage weist den Informationsstand von 2013 aus und kann deshalb als Nachrichtenquelle ernsthaft nicht infrage kommen.

Ob die Angaben der Beobachtungsstelle SOHR korrekt sind, bleibt offen. Fest steht, dass es sich bei den Toten vor allem um Terroristen der Gruppe Jabhat al-Nusra handelte, die den Ort Ma’arat al-Numan beherrschen. Ohne die genaue Zahlen der Toten zu nennen, bestätigt auch die regierungsnahe Nachrichtenagentur SANA den Vorfall, allerdings mit der Behauptung, dass es sich bei dem zerstörten Gebäude um eine Fabrik zur Herstellung von Granaten gehandelt habe.

Auf der Grundlage dieser vagen und widersprüchlichen Informationen einen Beitrag zu zimmern, in dem die Terroristen auch noch als „Opfer“ bezeichnet werden, hat mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun. Es ist einfach nur peinlich. Die Pariser Terroristen wären mit dieser Ehrerbietung sicherlich besonders willig ins Jenseits entschwunden, mit der Dr. Gniffke Praline „Opfer“ im Mund.

Der Westen hegt allerdings den Verdacht, dass die russischen Angriffe eher dem Ziel dienen, Staatschef Baschar al-Assad zu stützen,

weiss Dr. Gniffkes Redaktion weiter zu berichten. Wie doof muss der Westen nach der Einschätzung der Tagesschau eigentlich sein, wenn Zweifel daran bestehen, dass es den Russen selbstverständlich auch um die Unterstützung für Assad ging.  Putin jedenfalls hat das nie bestritten.

Aber damit nicht genug. Es wird einseitig die furchtbare Hungerkatastrophe instrumentalisiert, um die TV-Rezipienten emotional gegen  Assad und seine Partner aufzuwiegeln.

Hungern in Madaja geht weiter: Derweil ist die Situation für viele Bürger in dem Land katastrophal – unter anderem in Madaja. Die Stadt nordwestlich von Damaskus wird seit einem halben Jahr von der syrischen Armee und ihren Verbündeten belagert – rund 40.000 Menschen sind eingeschlossen. Essen gibt es nicht mehr. Inzwischen sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen 23 Menschen den Hungertod gestorben.

Dass die Stadt Madaja von Ahrar al-Sham-Terroristen – das OLG Stuttgart sieht sie als Terroristen – gehalten wird, die mit al-Nusra fraternisieren und den hungernden Zivilisten den Abzug verwehren, wird genauso verschwiegen, wie die Tatsache, dass die Islamisten ihrerseits seit langem mit al-Fu’ah und Kefraya zwei Orte belagern, deren Bevölkerung auf Seiten der Regierung steht.

Die syrische Regierung ihrerseits hat all jenen einmal mehr Amnestie und freien Abzug zugesichert, die die Waffen niederlegen – auch davon kein Wort. Verschwiegen wird auch, dass Deutschland mit brutalen Folgen für die Zivilbevölkerung massiv Wirtschaftsanktionen gegen Syrien betrieben und befürwortet hat. Dies alles wird unter den Teppich gekehrt.

ARD-aktuell verschweigt die Fakten, um weiterhin ein totales Zerrbild des Konflikts zu zeichnen, das die syrische Regierung dämonisieren soll. Dabei ist man sich nach wie vor nicht zu schade, islamistische Terroristen zu verharmlosen und zu protegieren. Von Beginn an hat die westliche Propaganda islamistische Terroristen, die hierzulande als gefährliche Verbrecher verfolgt würden, als “Rebellen” und „Freiheitskämpfer“ verharmlost und ihren militanten Kampf gegen die syrische Regierung unterstützt und befeuert – mit ständiger und verlässlicher propagandistischer Unterstützung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland.

Als Nachhilfeunterricht für Dr. Gniffke und seine Redaktion hier eine sachliche und propagandafreie Darstellung, wie wir sie auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwarten müssten:

http://www.hintergrund.de/201601103812/politik/welt/hunger-in-madaya-und-was-ist-mit-kafraya.html

Es wirkt mittlerweile psychopathisch: Auf der einen Seite ein mediales Riesentamtam beim Aufspüren von islamistischen Terroristen in Deutschland und auf der anderen Seite das Schönreden der gleichen Kopfabschneider-„Rebellen“ in Syrien.

Auch wenn es so erscheint, dass bei Ihnen die Programm-Richtlinien inzwischen nur noch den Wert eines Lametta-Restpostens genießen, fordern wir Sie auf, sich mit dem Vorgang im Sinne eines Staatsvertragsverstoßes zu befassen.

Mit höflichen Grüßen
F. Klinkhammer & V. Bräutigam

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15. Januar 2016 20:48

Propagande überall. das Wort L…presse scheint sich zu bewahrheiten.

15. Januar 2016 20:56

Wie schön, dass schon eine Beschwerde läuft!

15. Januar 2016 22:33

Setzt aufs Dach den Roten Hahn …. Halbwahrheiten und Lüge wen wundert es noch …

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