Zins, Zinseszins und die Umverteilung von Arm nach Reich

Im Folgenden wollen wir den wichtigsten Mechanismus in unserem Geldsystem etwas näher betrachten: Zins und Zinseszins. Vorweg sei gesagt, dass einem bewusst werden muss, dass das derzeitige Geldsystem nicht immer Bestand hatte. Es wurde von Menschen erschaffen, es wurde/wird von Menschen missbraucht wird und könnte folglich auch von Menschen refomiert werden.

Der Traum vom Lotto-Gewinn

Ein Millionär lässt bekanntlich „sein Geld für sich arbeiten“ und kann alleine von Zins und Zinseszins leben. Aber woher nimmt die Bank das Geld für die Zinsen? Das ausbezahlte Geld stammt selbstverständlich aus den Zins-Einnahmen der verschuldeten Bankkunden (Privatleute und Unternehmen).

Verschuldete Privatleute müssen arbeiten, um das Geld für ihre Schulden zu erwirtschaften. Die Löhne werden wiederum von Unternehmen gezahlt. Natürlich müssen die Unternehmen auch noch das Geld für ihre eigenen Schulden erwirtschaften, indem sie die Mehrkosten an den Endverbraucher weitergeben.

Folglich arbeitet niemals unser Geld für uns, sondern jene Menschen, welche die versteckten Zinskosten in den Produkten von ihrem Arbeitslohn bezahlen.

Zins und Zinseszins in den Lebenshaltungskosten

Diese Tatsache lässt sich am Beispiel eines Brotes gut veranschaulichen: Der Bauer nimmt einen Kredit auf, um Saatgut, Mähdrescher und seine Gebäude zu finanzieren. Die Zinskosten kalkuliert er in seine Preise ein und verkauft das Korn an eine Brotfabrik. Diese finanziert ihre Silos, Maschinen und Gebäude ebenfalls per Kredit und überträgt die Kosten ebenfalls anteilig auf den Brotpreis. Auch die Spedition und der Supermarkt schlagen ihre Fremdkapitalkosten auf den Brotpreis auf. Der Endverbraucher übernimmt also nicht nur die Kosten für das Brot, sondern auch die Kapitalkosten entlang der Wertschöpfungskette.

Heutzutage liegt der Zinskostenanteil bei ca. 40% der Preise von Waren und Dienstleistungen! (Quelle: Helmut Creutz – “Zinsanteil in Preisen”) 

Die Umverteilung von arm nach reich

Der Zinsanteil in den Produkten fließt in einen Zinstopf, aus welchem die Guthabens-Zinsen der Sparer bezahlt werden. Jeder Bürger zahlt über seinen Konsum in den Zinstopf ein und erhält je nach Vermögen wieder etwas zurück. Wie genau die Aufteilung aussieht, zeigt folgende Grafik:

Zins und Zinseszins sind ein Instrument der Umverteilung von arm nach reich. Dieses Geldsystem fördert die Ungleichheit und Ungerechtigkeit, weltweit.

Hier wurden die deutschen Haushalte hinsichtlich ihres Einkommens (hellgrüner Balken) in 10 Gruppen eingeteilt. Der Durchschnittsdeutsche ist zwischen Gruppe 5 und Gruppe 6 angesiedelt. Je höher das Einkommen, desto höher sind menschlicher-weise die Lebenshaltungskosten für den entsprechenden Lebensstandard (hellblauer Balken).

Des Weiteren sind die Sparerzinsen (dunkelgrün) und die zuvor erwähnten 40% Zinsen der Lebenshaltungskosten (dunkelblau) abgetragen. Verrechnet man den dunkelgrünen mit dem dunkelblauen Balken, ergibt sich ein Zinssaldo (roter Balken).Es wird deutlich, dass nur 20% der deutschen Haushalte Netto-Zinsempfänger sind (Gruppe 9 und 10), während 80% der Haushalte (Gruppe 1 bis 8) nur in den Topf einzahlen und somit Netto-Zinszahler sind.

Um sich zu den Profiteuren des “Zins und Zinseszins-Spiels” zählen können, müsste man mindestens 20.000 Euro Zinsen pro Jahr einstreichen. Mit einem Blick auf den eigenen Kontoauszug bzw. das Aktien-Depot und den Renditen, erfährst du sofort, ob du ein Gewinner oder Verlierer dieses Systems mit Zins und Zinseszins bist.

Die meisten Bürger erliegen immer noch der Mär, dass hohe Zinsen gut für seien, da sie niemals darüber aufgeklärt wurden, dass dies lediglich die “Umverteilung von arm nach reich” beschleunigt. Das Volumen dieser Umverteilung beträgt alleine in der BRD ca. 400 Mrd. Euro pro Jahr.

Der Großteil dieses Geldes wird jedes Jahr über Zins und Zinseszins zu den 10% der reichsten Haushalte umverteilt. Im Vergleich dazu: Die Einnahmen des gesamten Staatshaushaltes betrugen im Jahr 2013 gerade einmal 310 Mrd. Euro. Die Ausgaben für das gesellschaftlich und politisch hitzig diskutierte Arbeitslosengeld betrugen im Jahr 2013 gerade einmal 31,7 Mrd. Euro. (Quelle: Bund)

Was ebenfalls deutlich wird, ist der enorme Anstieg des Zinssaldos von der 9-ten zur 10-ten Haushaltsgruppe. Der Grund hierfür ist, dass mit zunehmenden Vermögen die Lebenshaltungskosten nur noch marginal ansteigen. Wer bereits im Überfluss lebt und “sein Geld für sich arbeiten lässt”, kann den ständigen Vermögenszuwachs durch Zins und Zinseszins kaum mehr auszugeben. Im Normalfall geben die meisten Menschen fast ihr gesamtes monatliches Einkommen wieder aus und sind nicht in der Lage, gr0ße Vermögen durch Zins und Zinseszins anzuhäufen.

Weltweit ist die „Umverteilung von arm nach reich“ gar soweit fortgeschritten, dass nunmehr 85 Menschen so viel besitzen, wie die Hälfte der restlichen Menschheit (Quelle: Oxfam)

Weitere wichtige Informationen zum Geldsystem: