In der gegenwärtigen historischen Phase, in der so gut wie alle als sicher geltenden Annahmen über die Gesellschaft hinfällig werden und in der jeder spürt, dass es um die ganz großen Fragen von Krieg oder Frieden, von Sein oder Nichtsein, von Absturz ins Chaos oder neuer klassischer Renaissance geht, gehört Deutschland zu den wenigen Akteuren auf der großen Bühne der Weltpolitik, die mitentscheiden können, welche der beiden Alternativen Wirklichkeit wird.

So denken bisher nur sehr wenige Menschen in Deutschland, was aber den Wahrheitsgehalt dieser Aussage nicht schmälert. Natürlich ist die welthistorische Rolle Chinas offensichtlicher, mit Xi Jinpings „Win-Win“-Perspektive des globalen Ausbaus der Neuen Seidenstraße hat es ein völlig neues Modell der außenpolitischen Beziehungen auf die Tagesordnung gesetzt, das zum ersten Mal in der Geschichte einen Weg aufzeigt, wie die unheilvolle Geopolitik, die bereits zu zwei Weltkriegen im 20. Jahrhundert geführt hat, durch die gemeinsame Kooperation im gegenseitigen Interesse überwunden werden kann.

Und ebenso offensichtlich ist die Bedeutung der Rolle Rußlands, das mit seiner strategischen Partnerschaft mit China ebenso wie seiner militärischen Flanke in Syrien für eine neue Kräftekonstellation in der Welt gesorgt hat, die verdeutlicht, wie hohl der unipolare Anspruch der Obama-Administration inzwischen geworden ist.

Präsident Putin hat in seiner Rede beim diesjährigen Treffen des Waldai-Clubs mit dem Thema „Krieg und Frieden“ auf die Gefahr hingewiesen, die darin liegt, wenn die USA versuchen, das US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa für einen den Gegner angeblich entwaffnenden Erstschlag mit sehr präzisen modernisierten Nuklearwaffen zu nutzen, um so das strategische Gleichgewicht zu ihren Gunsten zu verändern und der ganzen Welt den eigenen Willen aufzwingen zu können, während ein solches Vorgehen jedoch nur zu der garantierten gegenseitigen Auslöschung führen könne. Nach dem erfolgreichen Nuklear-Abkommen mit dem Iran könne auch der Vorwand einer angeblichen Bedrohung durch iranische Raketen nicht mehr aufrechterhalten werden, wobei diese Bedrohung in der Realität nie bestanden habe.

Wozu also werde noch das Raketenabwehrsystem aufrechterhalten?

Putin, dessen eigene Militäroperationen in Syrien gegen ISIS und andere diverse Rebellen erfolgreich Schritt für Schritt voranschreiten, verwies zugleich auf den Grund für den vergleichsweisen Misserfolg der amerikanischen Militäroperation in der Region. Es sei eben ein nicht aufzulösender Widerspruch, einerseits gegen Terroristen vorgehen zu wollen, und sie gleichzeitig zu bewaffnen, um mit ihrer Hilfe legitime Regierungen zu stürzen. Auf keinen Fall vermissen sollte man die köstlich ironische Abhandlung desselben Themas der verwirrenden US-Politik gegenüber dem Terrorismus im Nahen Osten in der jüngsten Ausgabe der Satire-Sendung „Die Anstalt“ in Anlehnung an die Schnulzensendung „Herzblatt“.

Und selbstverständlich liegt es an der amerikanischen Bevölkerung selbst – dem vielleicht wichtigsten Akteur auf der genannten Weltbühne – die permanenten Verletzungen des internationalen Völkerrechtes zu beenden und zu ahnden, die durch die Kontinuität der Neokon-Politik bis zur heutigen Obama-Administration leider zur Regel geworden sind.

Es geht um die Kriege in Südwestasien, die auf Lügen aufgebaut waren, bis zum Einsatz von Drohnen gegen vermeintliche Terroristen, ohne jeglichen ordentlichen Gerichtsprozeß oder die berühmten „Kollateralschäden“, die laut den Enthüllungen des jüngsten Whistleblowers auf der Webseite The Intercept zu über 90% unschuldige Zivilisten getroffen haben.

Die nun von mehreren Organisationen dringend geforderte Untersuchung durch den amerikanischen Kongress könnte sehr schnell zur Amtsenthebung von Präsident Obama führen, der laut der veröffentlichten Dokumente jeden Dienstag persönlich die Abschussliste zusammenstellte. Der Ansturm der Flüchtlinge auf Europa und vor allem Deutschland ist unter anderem das Resultat dieser Kriege und der Drohnenangriffe, die den Vormarsch von ISIS eher befördert als eingedämmt haben.

In besonderer Weise hat die Geschichte aber nun gerade wegen der Flüchtlingskrise den Ball der Entscheidung Deutschland zugespielt.

Die unsägliche Lage der Flüchtlinge in Slowenien, in der Menschen in diesen Tagen ohne wettergerechte Kleidung von völlig überforderten Sicherheitskräften wie Schwerverbrecher zusammengetrieben werden, ohne das dies auch nur im Geringsten zu einem Nachlassen des Andrangs führen würde, ist nur die Momentaufnahme einer Tragödie, die – wenn keine neue Ebene der Lösung gefunden wird – schon kurzfristig zu einer Eskalation der Lage in ganz Europa führen wird, an deren Ende Chaos und Bürgerkrieg stehen könnten.

Es gibt eine Lösung für diese Krise, aber sie erfordert, dass eine ganze Reihe von fehlerhaften axiomatischen Annahmen der vergangenen Jahrzehnte in der Politik des Westens korrigiert werden müssen:

Die erste offensichtliche Konsequenz muß die sofortige Beendigung der Kriege unter falschem Vorwand sein. Deutschland hat sich mitschuldig gemacht, nicht nur durch die Totalausspähung der eigenen Bürger in der Zusammenarbeit von BND und NSA, die wissentliche Zurverfügungstellung der Militärbasis Ramstein für Drohneneinsätze in Südwestasien und eine stillschweigende und teilweise explizite Unterstützung der unipolaren Politik Washingtons. Lediglich die Nichtteilnahme an den Kriegen gegen den Irak durch die Regierung Schröder und gegen Libyen durch Merkel/Westerwelle hat zumindest einen kleinen Teil der Ehre Deutschlands gerettet.

Deutschland hat sich ebenfalls mitschuldig gemacht, indem es jahrzehntelang die Auflagenpolitik des IWF und der Weltbank gegenüber dem Entwicklungssektor mitgetragen hat, die jede Form von wirklicher Entwicklung zugunsten eines Schuldenregimes verhindert hat, das ausschließlich dem Profitinteresse des Finanzsektors des Britischen Empires zugute kam, für das der Begriff „Globalisierung“ nur ein anderer Ausdruck ist.

Wenn heute Millionen von Flüchtlingen vor lügenbasierten Kriegen, Armut, Perspektivlosigkeit und Krankheit weglaufen – die sogenannten „Wirtschaftsflüchtlinge“ aus dem Balkan, aus Südeuropa und Afrika – dann ist dies die mittelbare Konsequenz der Neokon-Politik, die sich nun, langsam aber sicher, offenbart.

Solange Deutschland bei dem gleichen Monetarismus bleibt, der sich auch gegen Europa richtet, mit Schäubles „Schwarzer Null“, d.h. dass um der Schimäre eines ausgeglichenen Haushaltes willen Kitas, Turnhallen, Erziehungsprogramme, Renten etc gekürzt werden müssen, damit die Flüchtlinge versorgt werden können, was einhergeht mit brutaler Austeritätspolitik gegenüber Griechenland und ganz Südeuropa, solange werden die sozialen Spannungen in Deutschland und in ganz Europa zunehmen bis zur Explosion.

Und es gibt noch eine weitere, schlechte, liebgewordene Gewohnheit, von der sich Deutschland verabschieden muss, wenn wir eine Lösung für diese Krise finden wollen: Wir müssen die grüne Ideologie über Bord werfen:

Die Vorstellung, dass wir die sogenannten Entwicklungsländer mit „nachhaltiger, angemessener“ Entwicklung – also letztlich gar keiner Entwicklung – abspeisen und gleichzeitig neue „Limes“- Mauern um die „Festung Europa“ bauen können, muss aufgegeben werden. Wir brauchen wirkliche Entwicklungs- und Aufbauprogramme für Afrika, Südwestasien und die südliche Hemisphäre, die die Armut und Unterentwicklung überwinden. Die durch Wissenschaft und Kunst entdeckten, universell gültigen Prinzipien heißen deshalb universell, weil sie auch in den Entwicklungsländern gelten.

Ob die Menschheit die gegenwärtigen Herausforderungen meistern kann, wird davon abhängen, ob wir ein neues Paradigma verwirklichen, das sich gegen die jetzige Form der Ausbeuter-Globalisierung richtet und in der wunderbaren Vielfalt der Kulturen und Zivilisationen die höchsten Ausformungen dessen aktualisiert, was die Universalgeschichte der Menschheit bisher hervorgebracht hat. Und nur wenn es uns gelingt, eine neue Form der Globalisierung dafür zu nutzen, einen Dialog zwischen den Repräsentanten der verschiedenen Kulturen zustande zu bringen, werden wir rechtzeitig die großartige Idee der Völkerverständigung entgegensetzen können.

Deutschland müsste nun, mehr denn je , gemeinsam mit den BRICS-Staaten, eine tatsächliche und anti-imeprialistische Entwicklungspolitik anstreben. Deutschland müsste kenntlich machen, dass es sich bei der Aufnahme von Flüchtlingen, nur um eine kurzfristige Lösung und temporäre Maßnahme handelt und den Hauptteil der finanziellen Mittel auf eine multipolare Welt und das bestehende Arm-Reich-Gefälle anwenden, um den Wiederaufbau bzw. die nachhaltige Entwicklung der Heimatländer der Flüchtlinge voranzubringen. Erinnern uns an unsere eigene klassische Hochkultur und beginnen eine Dialog der Kulturen mit den Hochphasen anderen Kulturen – dann können wir Deutsche Geschichte machen.

Zuerst erschienenPravda TV
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Kommentare

10 Kommentare

    • Carlo, falls du den Artikel nicht gelesen hast: ganz schnell nachholen und Kommentar revidieren! Falls du ihn gelesen hast, musst du dir gefallen lassen, dass dir ein paar Latten am Zaun fehlen.

  1. Ja Deutschland könnte……Aber mit der derzeitigen Marionettenregierung wohl kaum. Das deutsche Volk hat schon oft bewiesen, das es erfolgreich führen kann. Aber leider ist es mit den falschen Führern auch schon oft in den Abgrund geschlittert….
    Nun warten wir ab. Das es Veränderungen geben wird und muß ist unausweichlich. Warten wir ab wer sich durchsetzt…….

  2. Ein sehr guter Artikel mit sehr viel Wahrheit! Leider ist es so, dass sich unsere Politiker zu sehr fremd steuern lassen. Ich liebe mein Land und bin auch stolz auf mein Land ;-) und dass, lass ich mir nicht durch diese Politik kaputt machen! Jeder einzelne hat die Kraft etwas Positives zu bewirken und ja, dem System die „Macht und Energie“ entziehen, auf friedliche Art, ist genau ein Weg von vielen. @ Carlo Michel Jentgen, man redet schnell etwas kaputt, nur weil man den Erfolg der anderen nicht ertragen kann und oft wird hinterrücks auch gerne nachgeholfen, um des Erfolges willen :-) Hätte ich das Geld, würde ich mir sofort einen Wagen von VW kaufen :D Die Welt ist Spiegelverkehrt. Es wird Zeit für Frieden auf der ganzen Welt!!

  3. Was nutzt die ganz Globalisierung, wenn die ein Grundrecht den Deutschen fehlt? Ohne eigene Verfassung sind die Deutschen benachteiligt in der EU und die EU wurde gegen die Deutschen geschaffen. https://www.youtube.com/watch?v=aLW-dAwZeNc Die Deutschen können nur zu einer Verfassung kommen wenn sich jeder persönliche Entnazifiziert hat lassen. Das ist die Vorgabe des SHAEF/ SMAD Gesetzes, welches über dem Grundrecht steht.- Ohne eigene Verfassung bleiben die Deutschen verwaltungtechnisch, rechtlich und demokratisch Kriegsverbrecher. Und werden in der EU auch so behandelt. Das Grundgesetz wird durch, Artikel 1. Abs 1 GG gegen uns verwendet. Als Volk das den Frieden nicht will – so stehen die Deutschen da! – wird die staatliche Gewalt gegen uns verwendet, weil wir pauschal die Menschenwürde ( als Kriegsverbrecher) nicht achten. Verweis: Fortgelten der Entnazifizierungsvorschriften (SHAEF, SMAD)
    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
    XI. Übergangs- und Schlußbestimmungen (Art. 116 – 146)
    Artikel 139
    Die zur „Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus“ erlassenen Rechtsvorschriften werden von den Bestimmungen dieses Grundgesetzes nicht berührt.
    Grundgesetz http://www.staatenlos.info/shaef-verfahren.html

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