Die politische Talkshow des öffentlich-rechtlichen Bayerischen Rundfunks (BR), die Münchner Runde, beschäftigte sich am vergangenen Dienstag mit dem Thema »Flüchtlingskrise: Schafft Merkel noch die Wende?«. Zum Streitgespräch geladen waren der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Müller (CSU), Claudia Roth (Grüne), der ehemalige griechische Außenminister Dimitris Droutsas und der Publizist Henryk M. Broder.

Wie der unbequeme Kolumnist auf seinem Blog Achse des Guten aktuell berichtet, sei an ihn von der verantwortlichen BR-Redaktion im Vorfeld eine Anfrage ergangen, ob er zum betreffenden Termin verfügbar sei. Dies bejahte der Publizist, und er habe daraufhin eine offizielle Einladung erhalten mit der Bitte, sich am Dienstag um 19.45 Uhr im Hauptstadtstudio der ARD einzufinden. Die Sendung würde um 20.15 Uhr aufgezeichnet werden.

Broder habe sich insbesondere auf Claudia Roth gefreut, da er diese schon seit Längerem fragen wollte, warum sie Ende November bei einer Anti-AfD-Demonstration mitgelaufen sei, auf der »Deutschland, du mieses Stück Scheiße!« gerufen wurde und ob so etwas mit ihrem Amt als Vizepräsidentin des Bundestages vereinbar wäre.

Die benannte Demonstration gegen den Delegiertenparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Hannover, die vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und einem »Mitglied aus der linken Szene« angemeldet wurde, war vom linksextremistischen Schwarzen Block der Antifa angeführt worden.

Hinter »Deutschland, du mieses Stück Scheiße« rufenden Linksextremisten reihten sich neben dem »bürgerlichen Bündnis«, Bürgermeister Thomas Hermann (SPD), SPD-Chef Alptekin Kirci, Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne), FDP-Ratsherr Wilfried Engelke und weiteren Politikern auch die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth ein.

In dem Demonstrationszug waren nach Medienberichten darüber hinaus Rufe wie »Deutschland verrecke« und »Nie wieder Deutschland« zu hören. Nach einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung konnten Roth und alle anderen Teilnehmer die Parolen hören »und liefen doch weiter mit«.

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt kritisierte die Teilnahme Roths an der durch Linksextremisten angeführten Demonstration daraufhin öffentlich. Ihm würde es »im Traum nicht einfallen, Linksextremisten hinterherzulaufen, selbst wenn sie für eine vermeintlich gute Sache auf die Straße gehen würden«, so Wendt in seiner Kritik. Die Teilnahme der Grünen-Politikerin Roth überrasche ihn jedoch wenig.

Wendt verwies auf Roths Demonstrationsteilnahme im Mai 1990 zusammen mit Jutta Ditfurth (Grüne) und Angelika Beer (ehemals Grüne, jetzt Piraten) in Frankfurt am Main. Die Damen hatten damals hinter einem Transparent mit der Aufschrift »Nie wieder Deutschland!« gegen die Wiedervereinigung demonstriert.

Wendt meinte hierzu, dass er niemandem vorwerfe, was dieser einmal vor 25 Jahren gesagt habe. Jedoch sollte man schon wissen, hinter welchen Fahnen man herlaufe:

Ich würde mir jedoch wünschen, dass Politiker wie Frau Roth sich bei solchen Demonstrationen auch bewusst machen, dass sie hohe Staatsämter repräsentieren.

Henry M. Broder muss sich wohl den Gedankengängen Wendts angeschlossen haben, da es ihn ebenfalls interessiert hätte, wie sich Roths Teilnahme mit ihrem Amt als Vizepräsidentin des Bundestages verträgt.

Broder sieht sich jedoch nun dieser Gelegenheit beraubt, Claudia Roth dazu zu befragen. Wie der 69-Jährige berichtet, habe er nur eine halbe Stunde nach der Einladung mitgeteilt bekommen, dass es zu einer »kleinen Änderung« gekommen sei. Der eigentlich bereits vereinbarte Termin zur aktuellen Sendung könne nicht gehalten werden.

Die Nachfrage seitens des nun ausgeladenen Diskutanten, ob der Grund für die Absage Frau Roth sein könne, wurde bejaht. Leider wisse die Redaktion nicht, was zwischen Broder und Roth vorgefallen sei. Bedauerlicherweise sei jedoch klar, dass nicht beide zur selben Sendung geladen werden könnten.

Er sei sich keiner Schuld bewusst, wisse auch nicht, welche Animositäten Roth gegen ihn hege, außer dass er einige Male geschrieben habe, was er von ihr halte, so Broder. Nicht mit ihm an einem Tisch sitzen zu wollen sei Roths gutes Recht. Warum aber dann nicht Roth, sondern er ausgeladen wird, diese Frage stellt sich nicht nur Henryk M. Broder.

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Kommentare
Broder ist ein streitbarer Kauz, aber er stellt gute Fragen: Er würde gerne von Claudia Roth wissen, wie sich ihr Amt als Vizepräsidentin des Bundestages mit der Teilnahme an einer Anti-AfD-Demonstration mit Rufen, wie »Deutschland, du mieses Stück Scheiße!«, »Deutschland verrecke« oder »Nie wieder Deutschland« vereinbaren lässt...

35 Kommentare

  1. ist schon klar,das sie diesen denker ausläd. denn sonst würde doch öffentlich werden,wie verlogen sie doch ist.als vizepräsidentin des deutschen! bundestag ist sie nicht mehr tragbar. wer so in aller öffentlichkeut hetze gegen unsere demokratie und unser land unterstützt,kann nicht neutral sein. und das ist ja wohl eine fundamentale frundvorraussetzung für dieses wichtige amt.wird zeit,das auch andere das erkennen.

  2. Brauchen wir nicht, Cecile Delpeuch! Dieser Mann ist ein übler Hetzer, Lügner, Propagandist. Dass er bisweilen die Wahrheit spricht und den Finger in die Wunde legt, macht ihn weder sympathischer, noch zu einem besseren Menschen.

    • Eine freiheitliche (representative) Demokratie hält doch wohl noch nen Broder aus, oder? Solche Ausladungen haben eine weitaus negativere Wirkung auf den gesellschaftlichen Diskurs; das finde ich persönlich gefährlicher.

      PS: ich bin auch kein Broder-Fan – deine propagandistische Kritik halte ich für berechtigt, da haben wir allerdings noch weitaus größere „Propagandapeobleme“.

    • Da bin ich vollkommen bei dir, Denis. Ich glaubte nur festgestellt zu haben, dass die Cecile sich nicht so recht im Klaren ist, wen sie da beweihräuchert.

    • Für mich bist du einfach jemand der ablenken will.
      Es geht um Frau Roth und nicht um diesen Broder.
      Schreibe zu den Fragen sonst ist deine Meinung- der ist ein Mörder da kann ich auch.
      »Deutschland, du mieses Stück Scheiße!«, »Deutschland verrecke« oder »Nie wieder Deutschland« vereinbaren lässt…
      Oder ist das nicht Fakt?

    • Zarin Svetev What? Du meinst@Broder und das man diesen nicht unbedingt „toll“ findet = Judenhass?

      Und das sagt ausgerechnet jemand, der auf seinem Profil „Freeisrael“ und „Palestine to their knees“ raushaut? Ich könnte dich wohl viel begründeter (!) nach faschistischen Einstellungen befragen….man man man…

    • Free israel und ein judenstaat der sich gegen tägliche attacken der palästinensischen terroristen zur wehr setzt ist faschistisch?^^ macht man hier aus gut böse und umgekehrt? Ihr dreckigen antizionisten seit ein rassistischer schandfleck am besten in ein russisches gulag gehört.

    • Denis Beab was leute wie du betreiben ist verhüllter judenhass für angeblich tolerante ziele. Du und deine ganzen BDS freunde müsstw man entnazifizieren wie deine urgroßeltern. Ihr deutschen lernt es wohl nie

    • Peter Koehler, erklär mir mal, warum „aggressiv, verlogen, demagogisch“ 1000 mal besser sein soll!Außerdem: so dumm, wie wir die Roth gerne sähen, ist sie leider gar nicht. Ihr Deutschland-Hass ist Vorsatz, weniger eine Gefühlsentscheidung!

  3. Intelligenz war schon immer eine Gefahr für Dumme. Die Roth war Leuten mit Hirn noch nie gewachsen. Sie kann Haare färben, als Grüne gefärbte Klamotten trägt und hat das geistige Niveau eines Vorschulkindes. Wer dafür ist, dass Deutschland verreckt diesem Stück Scheiße empfehle ich die Ausreise aus einem Land, dass es verabscheut.

  4. Ich habe gestern aus einem anderen Grund Material zu dem von Broder genannten Spruch im Netz gesucht und eine Menge sehr kritische Artikel gefunden, auf die aber – da ja auch Linke und SPDler mit von der Partie waren – seitens der Politikgrößen keine nennenswerte Reaktion kam, außer Ausreden. Vielleicht muss man sich über sowas direkt beim Bundestagspräsidenten beschweren. Unter den Artikeln waren auch welche, die berichteten, die Jusos wollen solche Beleidigungen generell als ganz normal, also nicht justiziabel einordnen lassen, wozu eine Gesetzesänderung bzw. -aufhebung notwendig wäre.

  5. Armseliges , bayrisches Fernsehen. Läßt sich von einer Hirnlosen Claudia Roth vorschreiben, wem sie einladen dürfen und erm nicht. Soviel zur Demokrstie. Noch ein Grund mehr, diese dreckspartei nicht zu wählen.

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