Der Verleger und SPIEGEL-Kolumnist Jakob Augstein nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um seine Verachtung für das einfache Volk geht. Was Augstein in seiner aktuellen Kolumne auf Spiegel Online offenbart, spiegelt die elitäre Sicht einer Herrschaftsklasse, die den „Pöbel“ zutiefst verachtet, ihn seit Jahrhunderten unmündig und von der Macht fernhält, um sich selbst Pfründe und Vormachtstellung zu sichern.

Einen “Notstand der politischen Legitimation” hat Augstein mittlerweile erkannt. Nicht etwa, weil das Volk nichts zu entscheiden hat – etwa in der Migrationsfrage, den Kriegseinsätzen, TTIP oder der Regulierung des Sozialstaats – allesamt Themen­bereiche in denen die Eliten gegen das Volk regieren – sondern weil es sich nicht mehr so zahlreich zugunsten der herrschenden Eliten an der Wahlurne selbst entmündigen will, wie das in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg der Fall war.

Auf die Frage, ob sich die Menschen an den politischen Entscheidungen mehr beteiligen sollen antwortet Zugstein mit einem entschlossenen „Bloß nicht“ und orientiert sich an Jean Asselborn, dem Außenminister von Luxemburg, welcher nach dem „Nee“ der Niederländer zum EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine sagte: „Wenn man Europa kaputtmachen will, dann braucht man nur mehr Referenden zu veranstalten.“

Offenherziger kann man seine verfassungsfeindliche Gesinnung nicht kundtun. Dass Augstein dabei nicht einmal das geringste Schamgefühl verspürt, verwundert auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick offenbaren sich Abgehobenheit und unverhohlene Verachtung der Eliten für jene Bürger der unteren Schichten, die man von Geburt an zur Unmündigkeit konditioniert, weil man fürchtet, sie könnten in direktdemokratischen Entscheidungen die Verhältnisse zu ihren Gunsten verändern.

Augstein rechtfertigt seine so elitäre wie reaktionäre “Demokratie”-Anschauung – offensichtlich motiviert durch das jüngste Votum der Niederländer gegen die EU-Assoziierung der Ukraine – mit Beispielen der jüngsten Vergangenheit, in denen die Bürger nicht so abgestimmt haben, wie sich der Schmock mit dem goldenen Löffel das gerne gewünscht hätte. Zu diesen Beispielen gehört eben jenes “NEE” der Holländer Richtung Ukraine und Brüssel, das Votum der Schweizer gegen den Bau von Minaretten oder auch die mehrheitliche Ablehnung von Gemeinschaftsschulen durch die Hamburger Bürger.

Das jüngste Votum der Schweizer gegen die verschärfte “Ausschaffung” kriminell gewordener Ausländer unterschlägt Augstein kurzerhand und die von ihm benannten Beispiele sind alles andere als geeignet, die direkte Demokratie zu diskreditieren. Mehr noch: kein Wort dazu, dass man das ukrainische Fiasko hätte verhindern können, wenn man die EU-Bürger und die Ukrainer vorhergefragt hätte, ob sie die von den Eliten vorangetriebene Annäherung überhaupt wollen.

Es kann nicht nur kein Zweifel bestehen, dass die Mehrheit der EU-Bürger diese geplante Erweiterung nach Osten zunächst abgelehnt hätte, ein Referendum darüber hätte auch einen öffentlichen Diskurs befördert, der die wirtschaftlichen und geopolitischen Fallstricke, die letztlich zum Krieg führten, rechtzeitig offenbart hätte. Insbesondere in der Ukraine selbst hätte ein offener Diskurs vor einem Referendum über eine EU-Annäherung den Bürgern die Augen dafür öffnen können, welche wirtschaftlichen Tücken und Gräben in der Anpassung an westeuropäische Wirtschaftsstandards verborgen sind. Das Fiasko der Ukraine ist also ganz offensichtlich ein Produkt gerade eben jener elitären Politik über den Willen und die Vernunft der Bürger hinweg, der Augstein hier das Wort redet.

Auch seine Beispiele “Minarettbau” und “Gemeinschaftsschulen” gehen beidseitig an Krücken und offenbaren damit entweder ein intellektuelles Handikap des Intellektuellen oder aber seine tief verinnerlichte Verachtung der “einfachen” Bürger, die sich – so sieht es Augstein – nur allzu gerne von sogenannten “Rechtspopulisten” manipulieren lassen.

Beide Beispiele – “Minarettbau” und “Gemeinschaftsschulen” – tangieren zentrale Aspekte direkter Demokratie, die man deshalb so nicht unwidersprochen stehen lassen kann. Im Fall des Minarettbaus, der von den Schweizern mehrheitlich abgelehnt wurde, kommen wir zur Frage, ob Volksentscheide sich über Völker- und Menschenrecht hinwegsetzen können und um es kurz zu machen: das können sie selbstverständlich nicht. Nicht in der Schweiz und auch nicht in Deutschland. Eine Volksbefragung, ob man alle Muslime ausweisen – oder alle Juden vergasen – solle, wäre genauso wenig mit unserer Verfassung und den allgemeinen Menschenrechten zu vereinbaren, wie ein pauschales Verbot, Gotteshäuser zu errichten.

Perfider noch, als das Beispiel des Minarettbaus, ist Augsteins Verweis auf das mehrheitliche Votum der Hamburger Bürger gegen längeres gemeinsames Lernen und Gemeinschaftsschulen. Perfide deshalb, weil Augstein sich zum Anwalt der sozial Benachteiligten erhebt, nur um als solcher ihre Entmündigung zu rechtfertigen und vor allem festzuschreiben.

Längeres gemeinsames Lernen und Gemeinschaftsschulen kommen vor allem schwächeren Schülern zugute. Hamburgs Mittel- und Oberschicht konnte im Vorfeld des Volksentscheids die Gegner der geplanten Reformen stärker mobilisieren und deshalb letztlich für sich entscheiden. Die politisch lethargischen Unterschichten haben die Bedeutung der Reformen nicht erkannt und so war in den wohlhabenden Stadtteilen die Wahlbeteiligung zum Teil mehr als doppelt so hoch wie in sozial schwachen Bezirken. Dumm gelaufen.

Tatsächlich sind aber diejenigen, die an diesem Tag zuhause blieben, ihr Leben lang zur Unmündigkeit und politischen Lethargie erzogen worden – durch Leute wie Augstein. Wären sie von Kindesbeinen an in Schulen – und später als mündige Bürger in regelmäßigen Volksbefragungen – in sämtliche für sie selbst relevanten und gesellschaftlich wichtigen Entscheidungen eingebunden worden, dann hätten diese Menschen ein anderes Verhältnis zur Demokratie, zum Staat und seinen Institutionen – zu denen auch die Schulen gehören. Mehr noch: hätte es eine Pflicht gegeben, sich an Volksbefragungen zu beteiligen, so wie es auch eine Pflicht gibt, Steuern zu zahlen oder sein Kraftfahrzeug regelmäßig untersuchen zu lassen, die Hamburger Schulreform zugunsten der sozial benachteiligten Schülerinnen und Schüler wäre sehr wahrscheinlich zustande gekommen.

Augstein spricht den Unterschichten also nicht nur ab, für ihre eigenen Interessen eintreten zu können, er will auch das dies so bleibt und darin zeigt sich die ganze Bösartigkeit seiner verlogenen Argumentation. Letztendlich spricht er den zur Unmündigkeit erzogenen Bürgern damit die Fähigkeit – und sogar das Recht auf die Möglichkeit ab -, aus eigenen Fehlern zu lernen. Mehr Verachtung aber, als jemandem die Fähigkeit zu lernen abzusprechen, kann man einem anderen Menschen gegenüber nicht aufbringen.

Zuerst erschienenPropagandaschau
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Kommentare
Für all diejenigen, die immer noch nicht verstanden haben, was es mit dem Wort "Demokratie" auf sich hat, erklärt es Herr Augstein noch einmal: Demokratie ist die Herrschaft der Eliten, die dem Pöbel intellektuell überlegen sind und deshalb stets die besseren Entscheidungen treffen.

89 Kommentare

  1. Herrschaft der Eliten, die dem Pöbel intellektuell überlegen… Ich würde es heute darauf reduzieren, dass sie in der Lage sind, sich besser als der Mob zu verkaufen – vorzugsweise an Lobbyisten.

  2. Dann sind Millionen Menschen in Deutschland zu nichts in der Lage.. Dazu werden dann noch so super Facharbeiter eingeladen.. Kultur und nicht mal Sprach bemächtigt.. Ihr macht die Zäune in euer Hirn.. Wir Leben mit Ihnen.. Du Arsch ohne Hirn..

  3. Es würde schon reichen diesen Herrn Augstein nicht direkt zu befragen. Andererseits wäre das tatsächlich undemokratisch und darum darf er ja auch schreiben, was er will, egal wie dumm es manchmal ist.

  4. Der ist so minderbemittelt, alles was er von sich gibt ist absoluter Schwachsinn. Eine Beleidigung für jeden einigermassen vernunftbegabten Mensch. Der soll mal sein dummes Mundwerk halten!

  5. Der hat uns überhaupt nichts zu erzählen, was glaubt (d)er eigentlich wer er ist, das er denkt, ständig seinen dünnschiss von sich geben zu müssen. Er ist von Beruf Sohn, wenn er von seiner Arbeit leben müsste, würde er verhungern.

  6. Setzen! Sechs! – Sicherlich ist es nicht einfach, alle unter einen Hut zu bekommen. Daran zweifelt wohl kaum jemand. Bedenklich ist es jedoch, sich nicht zu verinnerlichen, woher der Begriff Demokratie stammt. Er steht ursprünglich dafür, dass Einige FÜR das Volk das Regieren übernehmen. Und dazu gehört allemal, dass man den Willen des Volkes nicht außen vor lassen darf! Es verlangt ja niemand, dass man hinter jedem Einzelnen herjagt und ihm seine Meinung aus der Nase ziehen soll. Aber man MUSS dem Volk eine Möglichkeit geben, in wichtigen Fragen auch außerordentliche Abstimmungen durchzuführen. Und dieses MÜSSEN die Regierenden nicht nur akzeptieren, sondern auch befolgen…… aber das wäre in einer DEMOKRATIE so, nicht jedoch in Deutschland.

  7. Ja sicher… Das würde der Regierung natürlich am besten in den Kram passen, dass wir einfach immer alles hinnehmen, was sie uns vorsetzt. Also hab ich das richtig verstanden?!? Wir sollen Leute alles in unserem Namen entscheiden lassen, die unseren wunderbaren Planeten systematisch kaputt machen, ausrauben, die Umwelt schädigen, die Menschen ausbeuten, Tiere quälen und uns mit einer Rente abspeisen wollen, die kein würdiges alt werden zulässt??? 😂 Haha, nein danke, da entscheiden wir doch lieber selber!!!

  8. Könnte man eventuell, wenn es nicht zu vermessen erscheint den Passus „Eliten“ durch Psychopathen ersetzen? Erscheint mir irgendwie immer mehr dem gegenwärtigen Wahnsinn zu entsprechen! ;-)

  9. Dieser Pseudolinker ist gefangen in der obsdrusen Wertewelt derjenigen ,die meinen, die Wahrheit gepachtet zu haben. Da wird dann eine „im Zweifel linke Weltanschauung“ verkauft. Eine Weltanschauung der Besserwisser. Das Ziel ist, den Status Quo einer Bonzenwelt zu erhalten gegen die Dummen, denen klare Gedanken abgesprochen werden. Volkentscheide sind demnach schädlich. Änderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse interessieren den Typen nicht.

  10. Ich habe Jakob Augstein in einigen Talkshows erlebt, was mir von Sendung zu Sendung immer schwerer gefallen ist. Mittlerweile zappe ich sofort weg, wenn ich sehe, daß es noch Fernsehleute gibt, die diesen arroganten, ignoranten, halbgebildeten Möchtegernjournalisten und heimlichen Kommunisten, zu Wort kommen lassen, der jede andere Meinung widerlich brutal abbügelt. Daß er mit seiner Dummheit maßgeblich dazu beigetragen hat, das Werk Rudolf Augsteins kaputtzumachen, ich habe den Spiegel schon vor 45 Jahren von einer Tante in die DDR schmuggeln lassen, sollte er sich in eine dunkle Ecke begeben und die Schnauze zu halten. Ob nun Gag oder nicht, sollte es stimmen, daß der Spiegel so auf dem letzten Loch pfeift, daß er verkauft werden soll, an SPRINGER!?!?, dann ist dieser Blender auch gesellschaftlich erledigt. Welch eine Genugtuung!!!

  11. Er vertritt dasselbe, was viele von diesen Bonzen denken, denn sie sind der Meinung, weil sie das Geld haben, könnten sie ihre Arroganz und Menschenverachtung voll ausleben…!!!
    Es ist an der Zeit, diesem arroganten, korrupten und geldgierigen Abschaum, die Stirn zu bieten….!!!

  12. eine weitere Person die ihren Einfluß geltend macht, um die Stimmen der Vernunft in Zweifel zu ziehen. Bleibt standhaft und seid einfach kritischer gegenüber Chefredakeuren und Herausgebern, deren nicht öffentlich erklärtes Ziel die geistige Demontage und Willfährigkeit Deutschlands ist.

    • bildlich gesprochen will man uns das Rückgrat durch die Nase ziehen, damit sich endlich, endlich ein neuer Mensch entwickelt und nicht mehr DER Deutsche diesen Erfindergeist, diese Zielgerichtetheit, Entschlossenheit und Klarsicht durchsetzt. Die deutschen Werte werden auf diese Weise völlig begraben. Wir sollen im Mischmasch aufgehen, wodurch wir dann beliebig wären. Dann hätten die Medien im Verbund mit der Politik.ihr größtes Ziel erreicht: den Neuen Menschen.

  13. das ist seine eigene Meinung! Er hat keine Antwort auf das Versagen der Parteien+Politiker+aktuelle Politik.Politik handelt über die Mehrheit der Menschen,für Gewinne der Wirtschaft+Kapital.Direkte Demokratie ist die reine bessere+reine Demokratie,nicht das was wir heute haben.Dazu ist es die einzige Möglichkeit uns aus der harten Umklammerung von USA+EU+Nato+Kapital+Wirtschaft+Lobby zu befreien!

  14. das ist seine eigene Meinung! Er hat keine Antwort auf das Versagen der Parteien+Politiker+aktuelle Politik.Politik handelt über die Mehrheit der Menschen,für Gewinne der Wirtschaft+Kapital.#DirekteDemokratie ist die reine bessere+reine Demokratie,nicht das was wir heute haben.Dazu ist es die einzige Möglichkeit uns aus der harten Umklammerung von USA+EU+Nato+Kapital+Wirtschaft+Lobby zu befreien!

  15. Wie sagte er doch in einer Talkrunde so schön…*Die da jetzt kommen,werden die Neuen Deutschen sein*..Hr.Augstein..nehmen sie IHR neues Volk..und wandern sie mit denen doch bitte ein..zwei Länder weiter..DANKE !!!.

  16. Dieser selbstverliebte Trottel. Es gibt tatsächlich nur ein Land das seit 500 Jahren keinen Krieg mehr führte oder sonst agressiv gegenüber seinen Nachbarn war. Die Direkte Demokratie der Schweiz ! Wohingegen die s.g. Parlamentarischen Demokratien einen Krieg nach den anderen führten und führen.

  17. Ist das ein Grüner?
    Es gibt immer Kreaturen die absolut nichts checken, selbstverliebt und dumm sind.
    Wer braucht Spiegel und Augstein?
    Ich nicht, soll er doch sein Käseblättchen alleine lesen.

  18. Aber genau anders herum ist es in den Anfängen der Demokratie gewesen Herr Augstein. Das Volk bestimmte und evtl entstehende Kosten wurden nur durch die Reichen getragen. Verstehe schon, dass Herrn Augstein das nicht passt.

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