Kabarettist Volker Pispers betrachtet beim WDR-Kabarettfest am 13.April 2015 die deutsche Presselandschaft. Wem gehören welche Zeitungen und Zeitschriften und warum eigentlich?

Volker Pispers: Wem gehören die Medien? Das ist eine sehr spannende Frage. Wem gehört das ganze?

Ein paar reichen Familien und die meisten kennen sie sogar. Springer, die bekannteste reiche Familie. Friede Springer. Das ist BILD, BILD am Sonntag, BILD der Frau, ComputerBILD, AutoBILD, Welt, Welt am Sonntag – muss ja auch ein bisschen “Konkurrenz” und “Abwechslung” geben – jede menge Fernsehzeitschriften, am Privatfernsehen beteiligt und n24 gerade ganz gekauft.

BILD ist so mächtig, da legt sich keiner mit an, deshalb geben alle Politiker der BILD– Zeitung Interviews. Die können jeden platt machen, wenn sie wollen.

Der Wulff, der musste weg! Der hat gesagt “Der Islam gehört zu Deutschland” und hatte noch einen Vortrag über die Zinspolitik, während der Finanzkrise gehalten. Darüber ist schon gar nicht mehr berichtet worden. Da hat die Friede Springer so [Pispers zeigt mit seinem Daumen nach unten] gemacht.

Da machen die den weg! Der hat sich nichts zu schulden kommen lassen, außer dass es ein bisschen blöd war. Das war noch nie ein Grund für einen Rücktritt, oder?

Die 2. mächtige Familie, die sie kennen ist die Familie Mohn. Die sitzt in Gütersloh. Da steckt das mit dem betäuben der Bevölkerung schon im Namen. Bertelsmann sagt ihnen mehr. Das ist ein Familienbetrieb und gehört der Familie Mohn. Liz Mohn steht an der Spitze. Friede Springer und Liz Mohn, die erfolgreichsten und mächtigsten Frauen des Landes.

Die haben das selbe Geschäftsmodell: Als Kindermädchen in den reichen Familien angefangen, die Ehefrau weggebissen und den Alten überlebt. Das ist das Modell “Schwarze Witwe”. Sehr viel erfolgreicher als Feminismus. Fragen Sie Alice Schwarzer, die alte BILD-Zeitung-Nutte…

Bertelsmann ist der größte Verlag der Welt. Bertelsmann, Random House, Gruner + Jahr – das ist dann Stern, Brigitte, usw. . Können sie alles nachgucken. Bertelsmann gehört auch ein großer Teil vom Spiegel – der BILD-Zeitung für Abiturienten.

Früher war das mal ein aufklärerisches Magazin. Heute ist alles längst gleichgeschaltet. Heute kann der Chefredakteur der BILD-Zeitung Blome Chefredakteur beim Spiegel werden. Das wäre früher undenkbar gewesen. Heute ekeln sich die reichen Familien auch vor nichts mehr. Es ist alles offen und ehrlich.

Bertelsmann ist auch Privatfernsehen. RTL 1-24…

Die Funktion der Medien: Die Verblödung der Massen! Das hat der Kohl doch clever geplant und führte das Privatfernsehen ein. Der Kohl wusste: Das Volk braucht Brot und Spiele und je trockener das Brot wird, desto lustiger müssen die Spiele werden.

Nach 30 Jahren RTL ist doch alles perfekt. Das Dschungelcamp ist die erfolgreichste Sendung im deutschen Fernsehen. Die meisten Unterhaltungssendungen in den Privatsendern bestehen aus Kindergeburtstags-Spielchen. Sackschlagen, Eierlaufen, Topfhüpfen.

Wir snd wieder bei Gladiatoren-Wettkämpfen angekommen: Schlag den Raab – und er steht immer wieder auf. Das ist das furchtbare.

Bertelsmann macht auch noch Politik – mit der Bertelsmann Stiftung. Da werden ja nicht nur die Studien gemacht. Da werden auch ganze Gesetze entwickelt. Hartz IV ist von der Bertelsmann Stiftung geschrieben worden, nicht von Peter Hartz. Der hat in der Zeit ganz andere Löcher gestopft.

Wenn Peter – einer geht noch, einer geht noch rein – Hartz den französischen Präsident Hollande berät, dann kann es nur um die besten Puffs in Brasilien gehen, meine Damen und Herren.

Noch eine reiche Familie, die sie kennen: Burda. Das ist “Boulevard”. Man sagt auch “Gosse”. Gala, Bunte, Frau und Kind, Kind und Hund, … womit sie so ihr Resthirn einwickeln. Fokus ist auch Burda. Das ist jetzt Spielgel für Hirnamputierte. So eine Art journalistisches Endlager.

Sie müssen mal nachgucken. In Hannover regiert die Familie Madsack. Der gehören alle Zeitungen in Hannover und Niedersachsen bis nach Rostock.

In Köln können sie keine Zeitung lesen, die nicht Neven DuMont gehört. Können sie nicht lesen. Gibt es keine. Das sind Monopole!

Am ganzen Niederrhein gibt es die Rheinische Post. Das sind 4 reiche Familien.

Auch die Süddeutsch Zeitung gehört inzwischen einer reichen Familie aus Ludwigshafen, der Familie Schaub. Auf die bin ich gestoßen, als ich in Chemnitz geguckt habe, wem die Zeitung da gehört. [Pispers fasst sich an den Kopf] Ich denk: “Ludwigshafen”, “Schaub”, “Chemnitzer Freie Presse” – wie kommen die denn zusammen?

Chemnitzer Freie Presse war die Zeitung mit der höchsten Abonnentenzahl der alten DDR. Die hat der Kohl der Familie Schaub an der Treuhand vorbei nach der Wende zugeschustert. Ludwigshafen, Oggersheim – muss ja ein Zufall sein… Das ist wohl eine “Verschwörungstheorie”.

Wir wissen bis heute nicht, wer die Spender wirklich waren. Der Kohl hält dicht – zumindest an der Stelle.

Im ganzen Ruhrgebiet herrscht die Familie Funke. Früher war es die WAZ Gruppe. Jetzt ist es eine Familie: Funke Medien.

Und diese reichen Familien, meine Damen und Herren, die brauchen kein Schießbefehl, die brauchen keine Mauer, die brauchen keine Stasi. Die haben den Stacheldraht durch die Köpfe der Menschen gezogen.

Wenn sie 40 Jahre lange den Wirtschaftsteil solcher Zeitungen gelesen haben, dann ist alles zu spät. Das hab ich auch inzwischen begriffen.

Ich sehe des Menschen jeden Abend an. Ich kann doch gar nicht Recht haben, sonst müssen sie ja zugeben, dass sie sich 40 Jahre lang für blöd verkaufen haben lassen – und dafür auch noch Geld bezahlt haben.

“Beschäftigung dich Wachstum”, “kapitalgedeckte Altersvorsorgung” und mein Lieblingssatz ist “sozial ist, was Arbeit schafft”. Da würde kein Mensch widersprechen. Ich würde sagen: “Herr Pofalla, wenn ich ihnen ihre Hackfresse mit einem Baseballschläger zertrümmer’, dann schafft das im Krankenhaus jede Menge Arbeit …”

Diese Sätze schluckt der Stacheldraht! “Kapitalgedeckte Altersvorsorge”, “Zins- und Zinseszinspolitik”, “Die Griechen müssen wettbewerbsfähig werden, damit sie uns die Arbeitsplätze wegnehmen”. Perfektes System!

Und in diesem System, meine Damen und Herren, wo Politik für die reichen 10% gemacht wird und die reichen Familien die Medien kontrollieren, in diesem Land ist die Merkel die ideale Kanzlerin. Sie wird den Reichen selber nicht gefährlich.

Die Merkel hat selber keine finanziellen Interessen. Das glaube ich tatsächlich. Aber sie interessiert sich auch überhaupt nicht für Politik. Die ist einfach gerne Kanzlerin. Warum, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich aus dem selben Grund, weshalb Til Schweiger gerne Schauspieler wär’.

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