Das Timing könnte besser sein: Passend zum angespannten Verhältnis der Öffentlichkeit zum türkischen Präsidenten Recep Erdogan und dessen Vorstellungen von Meinungsfreiheit, empfiehlt das Auswärtige Amt Reisenden für die Türkei, die durch die Sonne Antalyas genießen oder durch Istanbuls Altstadt flanieren wollen, es tunlichst zu vermeiden in der Öffentlichkeit kritisch über politische Themen zu sprechen. TUI meldet derweil einen Buchungsrückgang von 40 Prozent bei Türkei-Reisen.

Ein an und für sich beliebter Service des Auswärtigen Amtes sind die Reisehinweise aus dem Hause Steinmeier. Für jedes Land der Welt fasst das deutsche Außenministerium Wissenswertes über das Zielland und Tipps für das eigene Verhalten vor Ort zusammen. Doch das Angebot kann durchaus auch im politischen Kontext interessant sein.

So bekommt beispielsweise der Punkt „Besondere strafrechtliche Vorschriften“ im Eintrag Türkei im Zuge der aktuellen Ereignisse eine neue Bedeutung. Dort heißt es:

Es wird dringend davon abgeraten, in der Öffentlichkeit politische Äußerungen gegen den türkischen Staat zu machen bzw. Sympathie mit terroristischen Organisationen zu bekunden.

Dass sich der türkische Staatspräsident, der derzeit schon über 1.800 seiner eigenen Staatsbürger wegen angeblicher Beleidigung angeklagt hat, relativ leicht auf den Schlips getreten fühlen kann, ist in der deutschen Bevölkerung spätestens seit dem „Fall Böhmermann“ hinlänglich bekannt.

Nicht viel anders schaut es wohl bei seinen überzeugten Anhängern aus. Der Reisehinweis vom Auswärtigem Amt kommt daher im Grunde der Empfehlung nahe, jegliche politische Äußerung vor Ort – außer vielleicht die uneingeschränkte Huldigung Erdogans – zu unterbinden.

Wer also All-Inclusive-Spaß-Urlaub sucht, findet in der Türkei also sicherlich weiterhin attraktive Angebote. Reisenden denen daran gelegen ist „Land und Leute“ kennenzulernen und einen Einblick in Kultur und Sichtweisen der Menschen zu bekommen, haben hingegen derzeit in der Türkei keinen leichten Stand.

Auf der Pro-Seite der Argumente einer Türkei-Reise stehen allerdings die fallenden Preise für Unterkunft und Unterhaltung vor Ort. Grund hierfür ist die stark einbrechende Zahl der Buchungen für die Hotelanlagen von Antalya bis Istanbul. So meldet der Reiseveranstalter „TUI“ aktuell einen Buchungsrückgang von 40 Prozent bei Reisen in die Türkei bei den Zahlen für Februar 2016.

Dies geht allerdings weniger auf Erdogans Ausfälle und dessen skurrile Vorstellungen von Meinungs- und Pressefreiheit zurück, sondern hängt viel mehr mit der Möglichkeit zusammen, einem der Terroranschläge zum Opfer zu fallen, die das Land am Bosporus in den letzten Monaten regelmäßig erschüttert haben. In den Kurdengebieten der Türkei führt Erdogans Armee zudem eine Art Bürgerkrieg, was auch auf die Metropolen des Landes ausstrahlt.

Freuen können sich indes die Spanier: In dem südeuropäischen Land steigen die Buchungszahlen stark an. Tui hat für das laufende Jahr nun für 26 Millionen Euro zusätzliche Bettenkapazitäten gebucht.

Zuerst erschienenRT Deutsch
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Kommentare
Der türkische Reisemarkt brach aus deutscher Sicht bereits vor der Böhmermann-Affaire um 40 Prozent ein – Tendenz weiter steigend. Das ist die beste Reaktion, die ein mündiger Bürger mit Werten, die sich am deutschen Grundgesetz orientieren, geben kann. Ein Urlaub in Italien, Spanien oder auf Balkonien ist doch mindestens genau so schön.

Kommentare

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18. April 2016 15:57

Mensch Leute scheisst auf die Türken diesen Sommer die Griechen brauchen auch Kohle !!

18. April 2016 19:39

Urlaub in Griechenland war immer schön. Nette Leute hatten dort leider auch immer eine falsche regierung.

18. April 2016 16:11

Wer da noch Urlaub macht, läuft doch Gefahr von der türkischen Regierung als Geisel zur Erpressung unserer Regierung benutzt zu werden. Erdowahn ist doch jedes Mittel recht.

18. April 2016 16:28

genau der wartet doch darauf Deutsche als Geiseln verschwinden zu lassen, natürlich hat er dann nach außen hin nichts damit zu tun, jeder der da noch hin geht, soll auch sehen wie er wieder raus kommt und nicht unser auswärtiges Amt damit belästigen, bleib weg oder sieh zu wie du zurecht kommst, Steuergelder zur Befreiung wäre da unangebracht

18. April 2016 17:36

Heidi Böhm Hab ich noch gar nicht dran gedacht. Und wenn man an die einbetonierte Frauenleiche denkt die sie in der Türkei gefunden haben. Wer weis, wer weis ???

18. April 2016 16:13

Wieso gibt es noch keinen Türkengartenzwerg?

18. April 2016 16:27

Nun warten wir mal ab, bis sich die “ Klagemauer vom Bosporus“ beschwert. Er fühlt sich dann von uns geächtet, weil wir nicht mehr dort Urlaub machen. (Ich war noch nie dort und ginge auch nicht für alles Geld der Welt). Dann wird uns Angülü Mürkül zwangsverpflichten wollen, dort Urlaub zu machen, wenn ihr Herr und Meister das befiehlt.

18. April 2016 16:30

Angülü Mürkül ;-) der Name ist wirklich gut!

18. April 2016 16:37

Angülü Murkül

18. April 2016 16:47

Wieso gibt keine generelle Reisewarnung in die Türkei…..

18. April 2016 15:57

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen

18. April 2016 16:10

bin gerade dabei….

18. April 2016 16:06

Auch die Griechen nicht

18. April 2016 16:07

ich rate Reisen in die Türkei ab…..

18. April 2016 16:08

Und die Gäste aus Russland werden ja auch ausbleiben

18. April 2016 20:44

Tasci, wie stehst du denn zu Erdogan, auch so einer, der diesen Größenwahnsinnigen gewählt hat ???

18. April 2016 20:09

über 200 Tausend Russin sind mit Türken verheiratet leben in der Türkei .. ;-) Ihr seid sooo witzig

18. April 2016 16:08

nicht in die Türkei reisen, muss man nicht haben, diese Unterdrückung

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